Die Anfänge der Jahrtausende alten Geschichte des Ortes Damme ergeben sich bereits aus dessen Namen und Lage: an drei Seiten von Moor, nach Nordwesten von einem Waldgürtel umgeben, wie eine Art Damm an der Abdachung der Dammer Berge gelegen. Demzufolge ist Damme schon früh ein bevorzugter Siedlungsraum gewesen.
Funde aus der Wende Alt-/Mittelsteinzeit (um 4000 v. Chr.) am Dümmer bestätigen dies. Mehrere Großsteingräber der Jüngeren Steinzeit (etwa um 2500 v. Chr.), z. B. in Neuenwalde, Gräberfelder der Bronze- und Eisenzeit (ab 1700 v. Chr.) in Bergfeine zeigen eine ununterbrochene Bewirtschaftung und Besiedlung des Dammer Raumes an. Später wird der Ort Zentrum des sächsischen Dersa (auch Dersi-) gaus, den 785 Karl der Große bzw. die Franken erobern, womit die Bewohner christianisiert waren und eine erste Kirchengründung vom Bischof von Osnabrück aus erfolgte.
Aus dieser Zeit stammen die Dersaburg, eine Wallanlage in den Dammer Bergen zwischen Damme und Holdorf, ebenso die sog. 'Römerschanzen' in Sierhausen, zwei kleine vorgeschobene Wallanlagen zur Überwachung der Bohlenwege übers Moor Richtung Süden. 851 gibt es mit dem Zug der Alexanderreliquien nach Wildeshausen eine erste urkundliche Erwähnung der Bauerschaft Bokern, 872 findet man bereits die Bauerschaft Bergfeine genannt.
Um diese Zeit werden die Meyerhöfe eingerichtet. Die Meyer hatten als eine Art Verwaltungsbeamte (der Franken) besondere Aufgaben und Vorrechte gegenüber der sonstigen Bevölkerung, wofür sie große Ländereien und stattliche Hofanlagen erhielten. Im Bereich des heutigen Stadtgebietes gab es allein elf solcher Meyerhöfe.
Mit Errichtung des ersten Kirchengebäudes (zwischen 850 und 950) und einer entsprechenden Kirchengemeinde wurde Damme auch als Verwaltungseinheit zum Kirchspiel.
Die älteste bekannte urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1180, obwohl Damme schon lange Zeit vorher Zentrum von Dersagau und Kirchspiel war.
Danach beginnen jahrhundertelange Auseinandersetzungen um die Hoheitsrechte am Kirchspiel Damme zwischen den Fürstbischöfen von Münster und Osnabrück, die sich auf alle Lebensbereiche der Dammer Bürger, vor allem aber der Bauern, immer wieder nachteilig erstreckten und erst 1817 endgültig gelöst wurden, als Damme Teil des Herzogtums Oldenburg (ab 1829 Großherzogtum) wurde.
Der Ort war seit dem frühen Mittelalter Dienstleistungs-, Handels-, Gewerbe- (nach dem letzten Weltkrieg durch den Dammer Eisenerzbergbau auch Industrie-) zentrum und natürlich kirchlicher und Verwaltungsmittelpunkt weit über die Dammer Bauerschaft hinaus. Das drückte sich in der Größe des früheren Kirchspiels, 1817-1879 in der Selbstständigkeit eines Amtes Damme, später in der Ausdehnung der Flächengemeinde und heute in seiner mittelzentralen Bedeutung aus.
Während der Hauptort und die Bauerschaften Jahrhunderte lang vom Ackerbürgertum geprägt waren, spielt auch heute noch die intensive Land- und Viehwirtschaft in vielen Außenbezirken eine bedeutende Rolle.
Erst als in der Mitte des vorigen Jahrhunderts in Deutschland die Industrialisierung Einzug hielt, begann sich die Struktur des Ortes in der Kaiserzeit zu verändern. Den Anstoß zur Industrie-Entwicklung gab in Damme allerdings rechts spät das 1939 eingerichtete und 1967 aufgegebene Eisenerzbergwerk. Heute werden allein in der Metall-,Holz-, Kunststoff- und Landmaschinenindustrie, dem Bau von Sicherheitssystemen und Präzisionsmodulen für die Automobil-Industrie, den Bereichen Güterfernverkehr und Industriekartonagen neben dem Mittelpunkt-Krankenhaus über 2500 Arbeitnehmer beschäftigt.
Damme ist inzwischen mit seinen rund 16.200 Einwohnern wirtschaftlicher Mittelpunkt eines Einzugsbereiches von über 38.000 Einwohnern.
Wegen seiner Einwohnerzahl, Siedlungsstruktur und Wirtschaftsverhältnisse wurde Damme am 1. Mai 1982 vom Niedersächsischen Innenminister die Bezeichnung 'Stadt' verliehen.
Unmittelbarer Anzeiger für die uralte Tradition des Raumes ist der Dammer Carneval, der seit dem Mittelalter in unterschiedlichen Formen bis heute - in regionaler Eigenart allerdings eine Woche früher als anderswo - gefeiert wird. Dies hängt damit zusammen, daß das damalige Kirchspiel Damme zum Bistum Münster gehörte und die Kirche darauf bestand, daß die Dammer an den beiden Tagen vor Aschermittwoch zum vierzigstündigen Gebet ins Gotteshaus zu gehen hatten statt ausschweifend zu feiern. Doch die findigen Dammer ließen sich dadurch nicht abschrecken. Man verlegte den Karneval einfach auf eine Woche vorher und konnte somit weiterhin den Karneval feiern, aber auch der Verordnung der Kirchoberen Folge leisten und in den zwei Tagen vor Aschermittwoch beten gehen. Diese Eigenart des Dammer Carnevals hat sich bis heute gehalten. Die früheste urkundliche Erwähnung der Fastnachtsumzüge stammt aus dem 16. Jahrhundert (1564). Im Vergleich dazu ist die Carnevalsgesellschaft von 1614 erst jung. Aber auch eine aus heutiger Sicht vergleichsweise grausame Begebenheit rankt sich um den Dammer Carneval: Ein Jäger aus dem Bistum Osnabrück traf in den Dammer Bergen auf einen Jäger aus dem Bistum Münster. Es kam zu einem Schusswechsel, der Untertan Osnabrücks wurde getroffen und später zu einem Spießrutenlaufen durch die Menge auf den Fastnachtsumzügen verurteilt. Das Ergebnis war, daß der Verurteilte nach diesem Spießrutenlaufen tot geschlagen war. Im Jahre 1991 wurde der Dammer Carneval nicht gefeiert. Dies geschah aus Rücksicht auf die vielen Toten und Verletzten im Golfkrieg , der zu dieser Zeit in Kuwait stattfand.
Damme liegt im südlichsten (katholischen) Teil des ehemaligen Großherzogtums Oldenburg, dem Oldenburgischen Münsterland. 1946 wurde das Land Oldenburg Bestandteil des Bundeslandes Niedersachsen. Damme gehörte bis zum 31. Dezember 2004 zum Regierungsbezirk Weser-Ems, der in Folge einer Verwaltungsreform mit Ablauf dieses Datums aufgelöst wurde.