Quelle: Wikipedia
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Bundesland : Niedersachsen  
Landkreis : Vechta  
Höhe : 24 - 32 m ü. NN  
Fläche: 72,646 km²  
Einwohner : 12.631 (30. Juni 2005)
Bevölkerungsdichte : 174 Einwohner je km²
Postleitzahl : 49413 (alt: 2843)
Vorwahl : 04443
Kfz-Kennzeichen : VEC  Adresse der
Stadtverwaltung: Am Markt 149413 Dinklage Bürgermeister : Heinrich Moormann (parteilos)
Dinklage
um 980: in dieser Zeit wurde von den Dersagaugrafen von Calvelage (heute Brockdorf) eine Burg in Dinklage erbaut, die Ferdinandsburg („Urburg“, 1372 zerstört). Sein Erbauer könnte Ferdinand geheissen haben. Sie war Wohnsitz der Gaugrafen Bernhard I (ca. 980), Hermann I (ca. 1020) Bernard II (ca. 1051) und Hermann II (ca 1075) im damaligen Dersagau. Nachdem Hermann II um 1080 nach Vechta übersiedelte, überliess er die Burg seinen Verwaltern, den späteren „Herren von Dinklage“.
Dinklage wurde im Jahre 1231  erstmalig urkundlich erwähnt (Thinclage, später Dynclage, ab 1270 Dinklage). 1231 kam die Burg in den Besitz der Familie des Johan von Dinklage, einem ehemaligen Verwalter im Dienst des früheren Gaugrafen.

Die Entstehung und Entwicklung des Ortes: dürfte von der Burg Dinklage, der ältesten, bedeutendsten und einer der schönsten Wasserburgen des Oldenburger Münsterlandes ausgegangen sein. Der Ortsname - besonders seine Endung („lage“) - lässt auf eine Rodungssiedlung des 11. bis 12. Jahrhunderts, möglicherweise mit einer Gerichtsstätte (Thinc, Thing, Ding), schließen. Die
von Dinklage“. Diese einstigen Dienstmannen der Grafen von Ravensberg-Vechta (bis 1252) wurden mit dem Übergang der Grafschaft an Münster bischöfliche Lehnsträger. Sie stiegen in der Mitte des 14. Jahrhunderts zum führenden Adelsgeschlecht des Raumes auf. In dieser Zeit wurde Dinklage auch ein eigenes Kirchspiel  (Dinklage gehörte vorher zum Kirchspiel Lohne). Als sie um 1372 versuchten, eine eigenständige Herrschaft aufzubauen, wurden sie unter großen Anstrengungen des Bischofs (Bischof von Münster, Florenz von Wevelinghoven) niedergerungen.

Die bei der Belagerung zerstörte Burg („Ferdinandsburg“) wurde bereits um 1400 durch vier neue Burgen an anderer Stelle ersetzt, von denen heute allerdings nur noch die sogenannte „Dietrichsburg“ in einem späteren Baustil erhalten ist. An die „Johannsburg“, die „Herbordsburg“ (bis 1677) und die „Hugoburg“ (bis 1840) erinnern nur noch die ehemalige Rentei und die Burgkapelle.
1587/1588 ging die „Dietrichsburg“ in den Besitz der Familie Ledebur (Kaspar Ledebur) über. Sie wurde „Ledebargshaus“ genannt.

Der 30-Jährige Krieg verbreitete vielerlei Miseren über das Oldenburger Münsterland. Auf dem Land zerstörten Plünderungen und Brände viele Höfe. Das Ackerland wurde nicht mehr bebaut, die Einwohner waren geflohen oder waren tot. Der Handel kam zum erliegen. Aber noch einschneidender als die ökonomische Krise war die Verrohrung der Gesellschaft. Aufgrund des lang andauernden Krieges waren die Leute und die Kirche demoralisiert Das Vertrauen in staatliche und kirchliche Autoritäten war vollständig geschwunden. Die Kirchen, in Friedenszeiten der Ruhepol eines Ortes, waren zerstört. Ein Wiederaufbau wurde nicht in Erwägung gezogen, da man darin keinen Sinn sah. Nach dem Ende des Krieges versuchte Fürstbischof Franz-Wilhelm mit strenger Hand die dramatische Situation der Kirchen in dem Niederstift zu verbessern. Verschiedene Aufgaben wurden direkt von ihm durchgeführt, andere durch Vertreter des Episkopats.

Während verschiedener Inspektionsreisen in den Jahren l651, 1652, 1654 und 1655, die sorgfältig dokumentiert wurden, wurde der schlechte Zustand der Kirchen im Bezirk Vechta deutlich. Der Pfarrer Balthazar Kohauß (1615-1657) beschreibt anschaulich den Zustand in der Gemeinde Dinklage. Vom Herbst 1623 bis zum Frühjahr 1630 stand Dinklage unter der Tyrannei fremder Truppen. Das Leben muss schwierig gewesen sein. 1630 berichtet der Generalvikar Nikolatius während seiner Inspektionsreise, dass der Zustand der Dinklager Kirche nach Abzug der Truppen sehr schlecht war. Kircheninsignien waren von den Kriegshorden gestohlen worden, die Böden der Kirchen waren zerstört, so dass die Kirche eher einer Scheune oder eines Stalles glich. Die Tabernakel, einer war mit Lehm befestigt, standen weit offen. Über dem Altar hingen die Waffen der Herren von Dinklage, statt Heiligenbilder. Schweine weideten auf dem Kirchhof, und Skelett-Knochen lagen überall herum. Während der Messen waren die Gläubigen in den Kneipen, statt in der Kirche. Aufgrund der Kriegsumstände und des Verhaltens der Herren von Dinklage konnte die Kirche nicht repariert werden. Obwohl Sie die Verantwortung für die Kirche hatten, kümmerten sich die Herren von Dinklage sich nicht um sie. Sie selbst zahlten auch keine Kirchensteuer.

Einige Jahre (1655) nach dem Ende des 30-Jährigen Krieges wurde die Kirche unter Regie der Grafen von Galen mehr oder weniger gut restauriert. Kircheninsignien und Silberkelche blieben aber verschwunden.

Die Familie von Galen verlegte ihren Familiensitz in die Dietrichsburg. Mit dem Ankauf eines adeligen Gutes erlaubte es der Familie von Galen gleichberechtigt neben den einheimischen Adelsfamilien aufzutreten. 1671 wurden alle von Galenschen Besitzungen im Amt Vechta als „Fideikommiss“ zusammengefasst; das bedeutete, dass diese Güter unveräußerlich und unteilbar in der Hand der Familie (des jeweiligen Familienoberhauptes) blieben. 1677 übertrug Christoph Bernhard von Galen die Rechte der von Galen in Enniger auf das Kirchspiel Dinklage mit dem Dorf Brockdorf und auf Esterwegen im Hümmling. Es entstand die so benannte „Herrlichkeit Dinklage“.

Innerhalb von wenigen Jahrzehnten war aus der langsam zerbröckelnden Herrschaft der Familie von Dincklage eine geschlossene „Herrlichkeit“ unter den eigentlich ortsfremden von Galen geworden. Bestimmende Kraft bei diesem Umschwung war der starke münstersche Fürstbischof und Landesherr Christoph Bernhard von Galen. Unter Christoph Bernhard von Galen konnte sich seine Familie im münsterschen Niederstift festsetzen und eine starke Position einnehmen: Bis zum Ende der münsterschen Herrschaft im Jahre 1803 blieben die Reichsfreiherren (seit 1665) gleichzeitig Drosten des Amtes Vechta, noch Jahre darüber hinaus hielten sie die Sonderstellung in ihrer „Herrlichkeit“.

Dinklage ist die Geburtstätte des Bischofs von Münster und Kardinals Clemens August Graf von Galen  („Löwe von Münster“). Die Wasserburg, in der er 1876 geboren wurde, ist seit 1949, als sein Neffe Christoph Bernhard Graf von Galen  (1907-2002) sie dem Orden der Benediktinerinnen  schenkte, das Kloster Burg Dinklage

In 1677 entsteht auf dem Gebiet der heutigen Stadt Dinklage und dem benachbarten Dorf Brockdorf ein Kleinstaat-ähnliches Gebilde, die sogenannte „Herrlichkeit Dinklage“. Die Familie von Galen hatte in ihrer „Herrlichkeit“ die Verwaltungshoheit und auch die Rechtsprechung inne; alle Steuern, Strafgelder und sonstigen Einnahmen verfielen der herrschaftlichen Kasse. Von einem wirklichen Kleinstaat trennte Dinklage die Lehnsbindung an das Fürstbistum Münster. Am 17. März 1826 setzten Matthias Graf von Galen und der Oldenburgische Regierungsrat Carl Friedrich Ferdinand Suden Unterschrift und Siegel unter ein Vertragswerk, das für Dinklage das Ende der „Herrlichkeit“ bedeutete.

Beginn der Oldenburger Zeit

Nachdem der französische Kaiser Napoleon Bonarparte die linksrheinischen deutschen Gebiete besetzt und annektiert hatte, suchten die weltlichen deutschen Fürsten einen Ausgleich für die ihnen verloren gegangenen Landesteile. Sie fanden ihn in den geistlichen Fürstentümern des alten Reiches, die im Regensburger Reichsdeputationshauptschluss 1803 aufgelöst und aufgeteilt wurden. Die Ämter Cloppenburg und Vechta - mit Dinklage - des Fürstbistums Münster  wurden dem Herzog von Oldenburg zugesprochen.

„Franzosenzeit“
1810 besetzten Napoleons Truppen das Herzogtum Oldenburg, und somit auch Dinklage. Ein Jahr später wurde es dem französischen Kaiserreich einverleibt. Dinklage gehörte ab sofort zu dem Departement Ober-Ems und zum Arrondissement Quakenbrück. Es bildete zusammen mit den Kirchspielen Lohne und Steinfeld den Kanton Dinklage mit Sitz in Dinklage. Der ehemalige Kirchspielvogt wurde zum Bürgermeister (Maire) des Ortes. Für alle Einwohner galten nun die französischen Gesetze. Wie weit sie allerdings in Wirklichkeit durchgedrungen sind, lässt sich nur schwer beurteilen. Zumindest im Hinblick auf die Steuern und Abgaben scheinen die Franzosen sich rigoros durchgesetzt haben  
Neu und bedrückend war auch die Verpflichtung junger Männer zum Kriegsdienst. Manche Dinklager haben damals ihr Leben in den Kriegen des französchen Kaisers lassen müssen. 1813 war die „Franzosenzeit“ beendet. Gegen Ende des Jahres 1813 kehrte der Oldenburger Herzog zurück.

Auswanderung
Im 19. Jahrhundert kam es zu einer Landflucht aufgrund großer Armut in den bäuerlichen Schichten der Tagelöhner und Heuerleute. Als Folge wanderten viele Dinklager nach Amerika aus. Dort siedelten sie sich insbesondere in den Bundesstaaten Ohio, Kansas, Michigan, Wisconsin und Illinois an. Nach dem ersten Weltkrieg wanderten auch einige Dinklager nach Süd-Brasilien (Bundesstaaten Rio Grande do Sul, Parana, Santa Catarina) aus. Noch heute bestehen daher intensive Beziehungen nach Nord- und Südamerika.

Erster Gemeinderat
Der erste Dinklager Gemeinderat nahm seine Arbeit am
1. Mai 1856 auf. Ratsmitglieder waren Zeller Renze zu Bahlen, Zeller Többe-Schwegmann zu Schwege, Zeller Klöcker zu Langwege, Kötter Brunkenkel bei Dinklage, Wirt Hörstmann zu Dinklage, Zeller Diers-Bünnemeyer in Bünne, Zeller Böckmann bei Dinklage, Kötter kleine Sextro zu Langwege, Zeller Schulte zu Schwege, Zeller Hörstmann zu Schwege, Zeller Meyer zu Höne, Zeller gr. Bornorst in Bahlen, Kötter Niemann zu Höne, Zeller Hugo in Bünne, Apotheker Keppel aus Dinklage.
Der bisherige Gemeindevorsteher Johann Ostendorf wurde in seinem Amt bestätigt.

Industrielle Entwicklung
Die industrielle Entwicklung des Ortes setzte im 19 Jahrhundert ein. 1837 gab es in Dinklage vier Schnappsbrennereien, acht Brauereien, acht Ölmühlen, eine Tabakfabrik, eine Kerzenfabrik und drei Getreidemühlen. Es muss sich hierbei um kleine Familienbetriebe gehandelt haben.
Pioniere der Industrialisierung im 19 Jahrhundert waren die Firmen van der Wal (Textilindustrie) und Holthaus (Maschinenbau). Diese Unternehmen existierten bis in die 70 Jahre des 20 Jahrhunderts.
Heute gibt es in der Stadt Dinklage eine weitgefächerte Industrie .

Nationalsozialistische Herrschaf
Bei den letzten halbwegs freien Wahlen erhielt die NSDAP  in Dinklage nur knapp 6 Prozent der Stimmen. Dennoch wuchs nach der Machtübernahme auch im Oldenburger Münsterland  und somit auch in Dinklage die Zahl der Mitglieder und Sympathisanten der NSDAP.
Viele Menschen ließen sich durch Hitlers  Maßnahmen zur Verringerung der Arbeitslosigkeit und der Landwirtschaftskrise beeindrucken. Zustimmung fand auch Hitlers vermeintliche kirchenfreundliche Haltung beim Abschluss des Reichskonkordats mit dem Heiligen Stuhl am 20. Juli 1933 und sein anfängliches Bekenntnis zum „positiven Christentum“. Doch schon bald zeigte sich der antirelegiöse Charakter der nationalsozialisten Weltanschauung, der auf den entschiedenen Widerstand der treu zu ihrer Kirche stehenden großen Mehrheit der Bevölkerung stieß.

Die politische Vertretung
- die Zentrumspartei - wurde schon bald von den Machthabern ausgeschaltet, dafür nahm aber dann die katholische Kirche, vertreten durch den Offizial in Vechta und durch den aus Dinklage stammenden Bischof von Münster - Clemens August Graf von Galen - eine Mittlerrolle ein. Ein gewisser innerer Widerstand, bekundete sich öffentlich z. B. im „Kreuzkampf“ von 1936, und ließ die Nationalsozialisten fast verzweifeln. Die NSDAP setzte zum Beispiel 1938 einen Parteigenossen aus Nordoldenburg als neuen Bürgermeister ein, weil ihr die eigenen Landsleute in Südoldenburg und die Bevölkerung allgemein als zu unsicher galten.
Dinklage wurde während des Zweiten Weltkrieges  nur wenig zerstört. Es fanden keine Kämpfe in Dinklage statt. Lediglich einige Häuser im Ortskern wurden durch Raketenbeschuss durch die von Westen (Badbergen) heranrückenden britischen Truppen zerstört. Ein Flugzeug der US Armee stürzte über den Burgwald ab. Der Ort ergab sich widerstandslos.

Nachkriegszeit
Auch wenn im Zweiten Weltkrieg in Dinklage kaum Wohnraum zerstört wurde, herrschte in der Nachkriegszeit auch dort starker Wohnraummangel. Flüchtlinge aus Ostpreußen, Pommern und Schlesien mussten aufgenommen werden. Zeitweise betrug der Anteil der Flüchtlinge an der Gesamtbevölkerung der Gemeinde ca. 30 Prozent. In den 1950er Jahren wurden daher viele neue Häuse und Wohnungen errichtet. Viele Kriegsflüchtlinge wurden in Dinklage ansässig. Viele von ihnen oder ihre Nachfahren leben noch heute in Dinklage. Straßennahmen wie Königsberger Straße, Glatzer Straße oder Breslauer Straße erinnern noch heute daran.

Gegenwart

Seit etwa 1990 erlebt Dinklage einen kräftigen Zuwachs der Bevölkerung. Dinklage wurde am 16. September 1995  die Bezeichnung „Stadt“ verliehen.
Aus wirtschaftlicher Sicht wird der Großraum Dinklage / Kreis Vechta stark durch die Landwirtschaft im Oldenburger Münsterland geprägt. Besonders die Schweine- und Geflügelzucht sind ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor. Rund um die landwirtschaftliche Veredlungswirtschaft haben sich Futtermittelbetriebe und ein großes Stallausrüstungs-unternehmen entwickelt. Außerdem werden im Raum Dinklage / Kreis Vechta Feinkost , Tierarzneimittel, Kunststoffe, Möbel, Torfprodukte, landwirtschaftliche Geräte und Ziegeleiprodukte gefertigt. Viele Handwerksbetriebe sind in der Stadt und in der Umgebung ansässig.
Wirtschaft und Infrastruktur
1. Januar: Bobrennen des „WSC Ritzer“

Langweger Schützenfest (Pfingsten)

Sommerkirmes Dinklage (Erster Sonntag im Juli)

Dinklager Schützenfest (Vierter Sonntag im Juli)

Anfang August:
Internationale Zwei-Tage-Wanderung

Dinklager Fettmarkt (Dritter Sonntag im Oktober)
Regelmäßige Veranstaltungen
Quelle: Wikipedia
Geschichte
Daten & Fakten